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Vom Erzgebirge komm ich her ... Die Sammlung Hannelore und Jürgen Pintscher

Ausstellung im Stadtmuseum im Gelben Haus
18. November 2017 bis 25. Februar 2018

Eröffnung am Samstag, 18. November 2017, 18 Uhr
 

Ausstellungs-Info

Schwibbogen und Weihnachtspyramide gehören für viele Menschen zur Weihnachtszeit. Ebenso verbreiten Engel- und Bergmann-Leuchter, Räuchermännchen und Nussknacker mit Kerzenlicht und Räucherduft jedes Jahr vorweihnachtliches Flair.
 

Auch im Stadtmuseum im Gelben Haus stimmen zahlreiche weihnachtliche Figuren die Besucher auf die kommenden Feiertage ein: Die Ausstellung präsentiert mit wertvollen, teils historischen Holzfiguren aus dem 19. Jahrhundert die Geschichte des Kunsthandwerks im Erzgebirge.

Sie zeigt die ganze Bandbreite der Holzfiguren aus dem Erzgebirge: historische und moderne Figuren, die ausgeklügelten Herstellungsmethoden und Figuren in allen Größen, von der Miniatur bis zum mannshohen Nussknacker, der zähnefletschend für ein vorsichtiges Besucher-Selfie strammsteht.

Gleichzeitig erzählt die Ausstellung jedoch von der großen Krise, die die einst reiche Bergbauregion erfasste. Die Menschen konnten sie nur mit einem tiefgreifenden Strukturwandel und völliger wirtschaftlicher Neuorientierung bewältigen.

So veränderten die hochspezialisierten Bewohner die Produktion. Aus Holz fertigten sie durch Sägen, Drechseln und Verleimen komplizierte Gegenstände – zunächst praktische Haushaltsgeräte, aber schon im 18. Jahrhundert Spielzeug und dekorative Puppenfiguren. Sie waren preisgünstig, variantenreich und wegen der charakteristischen Herstellungsweise leicht als Erzeugnisse aus dem Erzgebirge zu erkennen.

Im 19. und 20. Jahrhundert setzte sich der Strukturwandel fort. Aus den Traditionen des Erzgebirges entstanden Figurentypen, die nicht nur praktisch oder zum Spielen geeignet, sondern zunehmend dekorativ waren: Nussknacker,Räuchermännchen, figürliche Kerzenleuchter. Ganze Bergmannsgruppen, Engelsorchester und reich bestückte Pyramiden und Schwibbogen verbreiteten das Weihnachtsbild des Erzgebirges in ganz Deutschland.

Kinderspielzeug wie die massenhaft gefertigten Reifentiere kam dazu, als Weihnachten sich immer mehr zum Schenkfest für Kinder entwickelte.
 
Im Dritten Reich wurden zusätzlich Millionen von hölzernen Abzeichen, vor allem für das Winterhilfswerk gefertigt. In DDR-Zeiten waren die Figuren aus Seiffen, Olbernhau und anderen Orten wichtige Devisenbringer. Seit der Globalisierung im ausgehenden 20. Jahrhundert erleben die sächsischen Kunsthandwerker durch Kopien und Importe aus Fernost eine neue Krise.
 
In der Ausstellung sind die schönsten historischen Stücke aus den umfangreichen Beständen der Esslinger Sammler Hannelore und Jürgen Pintscher zu sehen. Die originalen Erzgebirgsfiguren erfreuen die Besucher mit ihrem Detailreichtum und wecken die Schaulust bei Groß und Klein.
 
Für Vorschulgruppen, Schulen und Betreuungseinrichtungen gibt es zur Ausstellung ein museumspädagogisches Angebot.