Als beliebter Zeitvertreib für Kinder und Erwachsene sind Puzzles in fast jedem Haushalt zu finden – in Form von robusten Legespielen aus Holz für Kleinkinder oder als knifflige Aufgaben mit mehreren tausend Teilen. Die ursprüngliche Bedeutung des englischen Wortes puzzle ist Rätsel oder schwierige Aufgabe. Der deutsche Sprachraum kennt den Begriff Puzzle erst seit etwa 1960 für die zerstanzten Bilder, sie heißen auch Gedulds- oder Legespiele, auf Englisch nennt man sie jigsaw puzzle.
Die Ausstellung „PuzzleGeschichte(n)“ zeigt eine große Bandbreite von Puzzlespielen. Seit der Erfindung des Puzzlespiels vor rund 250 Jahren entwickelten sich viele Formen dieses beliebten Lern- und Freizeitvergnügens – von geographischen Karten und Bilderbogen bis hin zu „süßen“ Postkartenmotiven.
Auch wenn es schon länger Spielkarten gab, die an die heutigen Puzzles erinnern, gilt der Londoner John Spilsbury als der eigentliche Erfinder des Puzzlespiels. Er zersägte und verkaufte ab 1763 auf Holz aufgezogene Landkarten. Mit ihrer Hilfe wurden Kindern geographische Kenntnisse vermittelt. Dies ist ein Ausdruck des Erziehungsideals der Aufklärungszeit, als neben dem bildenden Effekt auch die Unterhaltung der Kinder erreicht werden sollte.
Zunächst dienten vor allem Landkarten als Motive, im 19. Jahrhundert verarbeitete man vermehrt auch Bilderbogen zu Puzzles. Sie wurden in Deutschland von den Spielern manchmal selbst auf Pappe aufgezogen und zerschnitten. Dominierten dabei anfangs geometrische Formen und gerade Linien, folgten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufwändigere und geschwungene Schnitte.
Einen ersten Höhepunkt erlebte das Puzzlespiel Anfang des 20. Jahrhunderts. Es war nun nicht nur als Kinderspiel verbreitet, sondern erfreute sich auch bei Erwachsenen zunehmender Beliebtheit. In den 1930er Jahren gab es sogar eine Puzzle-Welle. Seit den 1960er Jahren setzte ein weiterer Aufschwung mit Rekordverkaufszahlen ein. Aber auch zwischen 1980 und 1985 wurden in Deutschland noch 37 Millionen Puzzles verkauft.
Im Lauf der Zeit erweiterte sich die Motivpalette. Um 1900 kamen zusätzlich militärische und technische Darstellungen sowie Szenen aus den deutschen Klassikern in Mode. Neben einem umfangreichen Angebot an Landschaften und Stadtansichten gibt es heute auch Märchenmotive, Kunstwerke, Pop- und Fernsehstars und vieles mehr – bis hin zu einfarbigen Flächen, bei denen man sich beim Zusammensetzen nicht mehr am Motiv orientieren kann. Es dürfte kein Motiv geben, das noch nicht zu Puzzleteilen zerstanzt wurde und die Geduld der Spieler herausgefordert hat.
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