"Real – Surreal.
Bilder aus dem Werk von Volker Böhringer"

12. Februar bis 14. Mai 2006



Pie dirigiert die Jazzband, 1940

Das Stadtmuseum Esslingen zeigt vom 12. Februar bis 14. Mai 2006 die Ausstellung "Real – Surreal. Bilder aus dem Werk von Volker Böhringer", die in Kooperation mit der Villa Merkel entstanden ist. Die Ausstellung präsentiert verschiedene Themenkreise des Esslinger Malers und Zeichners Volker Böhringer (1912–1961), einem bedeutenden, doch bisher
wenig beachteten Künstler im Grenzbereich von Neuer Sachlichkeit und Surrealismus
.



Gaskessel am Wasser (o.T.)

Volker Böhringer studierte ab 1930 an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Frühe Werke belegen den Einfluss der Neuen Sachlichkeit, insbesondere von Otto Dix. Mitte der 30er Jahre findet er seinen persönlichen Stil und Themenkreis: die von Telegrafenmasten durchzogene menschenleere Industrielandschaft mit Fabrikschloten und Gaskesseln. Wendet er sich dem Menschen zu, dann steht dieser isoliert in einer technisierten, ausweglos erscheinenden Welt. Sein Lehrer Hans Spiegel warnt ihn einmal „wenn Sie so weitermachen kommen sie noch ins Gefängnis.“




Virtuoses Tanzpaar II, 1951


1937 muss Volker Böhringer die Akademie verlassen. Die Kunstpolitik im Dritten Reich bietet ihm keine Ausstellungsmöglichkeit. Während des Krieges arbeitet er zurückgezogen in seinem Atelier in Esslingen-Mettingen. In seinen Bildern mutieren die Menschen nun zu technoiden Wesen. Das akustische Pendant zur Maschinenwelt ist für Böhringer die Jazzmusik. Musizierende Paare tanzen ekstatisch vor Fabrikszenerien, Saxofone verwandeln sich in Jazzmaschinen. Offiziell ist er in der Kriegszeit als Werbegrafiker tätig und fertigt qualitätvolle Industriegrafiken an.
Unmittelbar nach dem Krieg hindern ihn Krankheit und soziale Not daran, sich auf dem Kunstmarkt zu etablieren. In seiner letzten Schaffensphase setzt er sich intensiv mit religiösen Themen auseinander. 




Selbstbildnis mit Zylinder (o.T.), 1942


Die Ausstellung im Stadtmuseum bietet einen Überblick über verschiedene Werkgruppen: Industrielandschaft – Maschinenmensch und Frauenbildnis – Jazz – Passion. Sie gibt auch Einblick in ein inszeniertes Atelier mit originalen Mal- und Zeichenutensilien des Künstlers. Eine Auswahl von Grafiken rundet die Ausstellung ab.
Die Exponate stammen zum Großteil aus dem Nachlass Böhringers, der sich in der Villa Merkel befindet. Ergänzt wird die Schau durch Bilder aus dem Kunstmuseum Stuttgart und der Galerie Valentien.




Nanna mit dem Fingerhut, 1940

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, 12. Februar 2006, 11 Uhr im Stadtmuseum Esslingen statt.
Die Werbegrafiken Volker Böhringers sind in der Villa Merkel vom 19. Februar bis zum 17. April im Rahmen der Ausstellung
"Minimal Illusions – Arbeiten mit der Sammlung Rik Reinking"
mit der Eintrittskarte des Stadtmuseums zu sehen.



Machinar und Lokomobile, 1944




Für Schienenfahrzeuge Voith-Turbogetriebe, um 1937/1940


Öffnungszeiten des Stadtmuseums:
Dienstag bis Samstag 14–18 Uhr
Sonn- und Feiertag  11–18 Uhr, montags sowie am 28.2. und 14.4.2006 geschlossen.

Eintritt: 2,- €, ermäßigt 1,- €



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