Eine Zwittauer Weihnachtskrippe

Die Huschka-Krippe
Kabinettausstellung im Stadtmuseum Esslingen vom 25. November 2007 bis 3. Februar 2008



Eine Einstimmung auf die Adventszeit bietet das Stadtmuseum Esslingen ab 25. November 2007 mit einer Kabinettausstellung zu einer Zwittauer Weihnachtskrippe, der so genannten Huschka-Krippe. Sie wurde den Städtischen Museen Esslingen vom Arbeitskreis Zwittau e.V. (AKZ) in Esslingen 2007 als Dauerleihgabe anvertraut und wird nun im unteren Turmraum gezeigt.

Die Krippe steht in der jahrhundertealten Krippentradition von Böhmen und Mähren. Die liebevoll gestalteten großen Krippen wurden in Kirchen aufgestellt, ab Ende des 18. Jahrhunderts zunehmend in privaten Stuben. Charakteristisch für die Zwittauer Hauskrippe ist der Hochbau. Die Krippen sind mehrere Meter breit; so fanden sie oft nur im Schlafzimmer über dem Bett Platz. Das Krippenbild folgt einer feststehenden Ordnung: Im Zentrum befindet sich der typische Grottenstall. Die Landschaft ist terrassenförmig angelegt und geht in einen gemalten Horizont über. Die linke Hälfte der Krippe zeigt Jerusalem, die rechte bevölkern Hirten mit ihren Herden.



Jesuskind


Seine Blütezeit erlebte das böhmisch-mährische Krippenwesen von etwa 1850 bis in die 1930er Jahre. Das Jahr 1945 und die Vertreibung der deutschen Bevölkerung bedeuteten zunächst das Ende dieser Tradition. Viele Besitzer mussten ihre Krippen zurücklassen, meist wurden diese zerstört.

So hat auch die Huschka-Krippe eine abenteuerliche Geschichte hinter sich: Rudolf Huschka musste sie zurücklassen bei der Flucht aus seiner Heimatstadt Zwittau (heute Svitavy), die zwischen Königgrätz (heute Hradec Králové) und Brünn (heute Brno) im böhmisch-mährischen Hügelland liegt. 1968 machte er sich auf die Suche nach der Hauskrippe und fand Fragmente, genauer 19 handgeschnitzte Figuren. Die übrige Ausstattung wie etwa der Krippenstall war verschollen. Durch Tausch, Ankauf und Eigenbau gelang es ihm, die Krippe wiederherzustellen. So stand sie lange in seiner Wohnung in Plochingen. Seit Ende der 1980er Jahre wurde die Huschka-Krippe im Pliensauturm in Esslingen aufbewahrt und vom Arbeitskreis Zwittau e.V. (AKZ) gepflegt.

Die Huschka-Krippe umfasst etwa 40 Figuren, mehrere Gebäude (Krippenstall, Kirche, Wind- und Wassermühle, Köhlermeiler) und Bäume auf einer terrassenförmigen Holzkonstruktion. Ein Elektromotor und eine Übertragungsmechanik aus Zahnrädern und Ketten bewegen einige Objekte der Szenerie. Vier Tafelbilder als Kulisse bilden Rück- und Seitenwände. Neben den geretteten Figuren aus dem 19. Jahrhundert, die äußerst individuell gestaltet sind, finden sich neuere, teilweise maschinell gefertigte. In eine der historischen Figuren, den Schafscherer, ist die Jahreszahl 1891 eingeschnitzt – ein Anhaltspunkt für das Mindestalter der Ausstattung.

Die Eröffnung der Kabinettausstellung findet am Sonntag, 25. November  um 11 Uhr im Stadtmuseum Esslingen, Hafenmarkt 7 statt.

Der Eintritt zu dieser Ausstellung ist frei


Hirte



Rahmenprogramm

Bastelangebot

Samstag, 1., 8. und 15. Dezember 2007,
jeweils zwischen 14 und 17 Uhr

Der Stern führt zur Krippe …
Genießen Sie den Weihnachtsmarkt und kaufen Sie in Ruhe ein, während Ihre Kinder im Stadtmuseum traditionell Weihnachts- schmuck basteln.

Eine Veranstaltung der Museumspädagogik der Stadt Esslingen am Neckar für Kinder ab 6 Jahren.

Eintritt frei

 

Vorführung der Huschka-Krippe

Sonntag, 16. Dezember 2007 und
Sonntag, 13. Januar 2008
jeweils 15 Uh
r

Paul Blaschka, Arbeitskreis Zwittau e. V. in Esslingen, erläutert die Huschka-Krippe und führt die durch einen Elektromotor betriebenen beweglichen Objekte vor.

Eintritt frei



Sonderausstellung:

Feuerstein
und Keltengold
Archäologische Schätze aus Esslingen und der Region

19.10 bis 19.02.2012

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